Neutzenbrunn
Natur, Geschichte und Kultur vor der Haustür
Die Geschichte von Neutzenbrunn:
Dein Urlaubsort Neutzenbrunn ist ein echtes, idyllisches Kleinod mit gerade einmal 80 Einwohnern.
Malerisch gelegen am oberen Ende eines Seitentals der Fränkischen Saale, blickt unser kleines Dorf auf eine lange Geschichte zurück:
Bereits im Jahr 1243 wurde es erstmals urkundlich erwähnt. Schon der Name verrät die tiefe Naturverbundenheit des Ortes: Das Grundwort „-brunn“ geht auf eine historische Wasserquelle direkt im Ort zurück.
Hier sagen sich Fuchs und Hase noch gute Nacht – die perfekte Kulisse für absolute Entschleunigung.
Chronik von Neutzenbrunn
Die Geschichte von Neutzenbrunn:
"Neizenbron" ein Lehen der Abtei Fulda an die Grafen von Rieneck Wann das herrschaftliche Hofgut "Neizenbron" entstand und die ersten Bauern sich ansiedelten, lässt sich nicht genau datieren. Schon bevor die Grafen von Rieneck in den Besitz nahmen, dürften sich Bauern um das Hofgut herum niedergelassen haben.
777 schenkte Karl der Große der Abtei Fulda den ausgedehnten Bezirk der Mark Hammelburg, der sich bis zum Reußenberg, nach Weyersfeld, Aschenroth, Hurzfurt und auf den Scharfritz in den heutigen Landkreis Gemünden hinein erstreckte. In der Grenzbeschreibung der Markung wird ein Brunnen ("Inde in theo teofun clingun unzi themo brunnon" - von da zur tiefen Klinge und zu dem Brunnen) erwähnt, der beim Hofgut Neutzenbrunn zu suchen ist. Dieser Brunnen dürfte der Namensgeber der entstehenden Siedlung gewesen sein. Das Hauptwort "Neizen" ist wohl auf einen Eigennamen zurückzuführen, vielleicht dem des ersten uns unbekannten Grundherren, denn das mittelhochdeutsche "neizer", gleichzusetzen mit Bedränger oder Verfolger, macht hier wenig Sinn.herum niedergelassen haben.
1150/62 kamen die Grafen von Rieneck in den Besitz der Saalegrundorte Wolfsmünster, Gräfendorf mit den Eidenbacher Höfen, Schonderfeld, Michelau mit der Hurzfurt, Aschenroth, Neutzenbrunn, Moppen (Schönau). Graf Ludwig I. von Loon und Rieneck (1139-1168) gehörte zu den 10 Lehengrafen der Abtei Fulda um 1150/60. Das Lehensverhältnis zu Fulda brachte der Herrschaft Rieneck die Saalegrundorte Wolfsmünster, Gräfendorf mit Eidenbach, Schonderfeld, Michelau mit Hurzfurt, Weickergrüben, Aschenroth, Neutzenbrunn, Mope und Dittlofsroda mit Nappenbach ein. Kirchlich gehörten die rieneckischen Besitzungen an der Saale zur Mutterpfarrei Wolfsmünster.
1189 verkaufte Graf Gerhard von Rieneck Mope, das spätere Schönau, mit Genehmigung des Abtes Konrad von Fulda, nachdem dieser "villa Mope" gegen andere bessere Güter, unter anderem, auch Reichenbuch, mit den Rieneckern getauscht hatte, an Friedrich von Heselare. Dieser übertrug Mope an die Kirche des Heiligen Kilian, damit dort ein Kloster zur Ehren der Jungfrau Maria gebaut werde. Der benachbarte Adel unterstützte das Kloster durch Schenkungen. So traten die Rienecker unter anderem die Dörfer Reichenbuch, Aschenroth und den Hof Neutzenbrunn an die Zisterzienserinnen ab. Der Linie Rieneck Rothenfels gehörten die Saaleorte Michelau, Schonderfeld, Weyersfeld, Hurzfurt, zum Teil auch Weickersgrüben und Neutzenbrunn sowie Gemünden je zur Hälfte. Nach dem Aussterben der Linie scheint Würzburg als Lehensherrn 1334 diese Besitzungen eingezogen zu haben. Aber erst in den Weistümern von 1469 wird dies belegt. Während um den Besitz der Städte Rieneck und Gemünden mit dem Lehensherr gerungen wurde, blieben die Grafen unangefochten im Besitz des von Fulda herrührenden Lehens um Wolfsmünster.
1348 traten die Grafen ihr Patronatsrecht über die Pfarrei Wolfsmünster an das Kloster Schönau ab. Das Kloster trat aber mit seinem Vogteibezirk bis zu seinem Verkauf 1503/05 an Würzburg nie eigenständig auf, sondern blieb unter dem Einfluss der Rienecker, die die Vogtei über das Kloster widerrechtlich ausübten. Durch Plünderungen im Markgräfler Krieg kam das Kloster in wirtschaftliche Schwierigkeiten, so dass Äbtissin Veronika Geyer von Giebelstadt 1553 die Dörfer Wartmannsroth und Aschenroth an die Herren von Thüngen verpfändete. 1564 übergaben die Äbtissin Veronika und Priorin Margaretha, "da sie alt und abgelebt und das Kloster Schönau in einer öden Wildnis und ferne von Menschen gelegen", das Kloster samt Rechten und Gütern gegen ein Leibgeding im Heidingsfelder Kloster Paradies an den Fürstbischof Friedrich von Würzburg.
Den Hof Neutzenbrunn der 1559 an Kurmainz gefallen war, erhielten die von Thüngen als mainzisches Mannlehen. Zunächst unterstanden die Klostergüter und -dörfer einem eigenen bischöflichen Vogt, bis sie 1681 den würzburgischen Ämtern Gemünden und Homburg/Wern zugewiesen wurden. Ein Waschkeeß als Gebühr für das Waschen der Schafe Nach der Beschreibung der Grafschaft Rieneck von 1640 hatte jeder Bauer der drei Saaleorte Schonderfeld, Michelau und Weyersfeld "uff den Thüngischen Hoff Neizenbron" 4 Tage mit ihren Gespannen Frondienst zu leisten. Die Söldner, meist Taglöhner, fronten in der Erntezeit mit der Hand 5 Tage. Dafür erhielten sie eine Mittagskost und das Vieh Gras oder Heu. "Schunderfelt, Michelaw, Huzfurth, Weyersfeld, Wolfsmünster, Eschenroth undt Neizenbron" hatten ein gemeinsames Weiderecht mit Schafen, Rindern und Schweinen auf ihren Markungen. Bedingung war, dass jeder mit seinem Vieh bei Sonnenuntergang wieder auf seiner heimatlichen Markung war. Der "Schöffer zu Neizenbron" musste jährlich für das Beweiden der Markungen jedem Dorf 4 Käse geben. Wenn der Schäfer seine Tiere auf der Brücke von Michelau wusch, war ein zusätzlicher "Waschkeeß" fällig. Später wurde die Fronverpflichtung in Geldleistungen umgewandelt.
Böhmische Herren auf Burg Rieneck 1673 kauften die böhmischen Grafen von Nostitz den nördlichen Teil der Grafschaft Rieneck. Dadurch gelangten sie nicht nur in den Besitz der rieneckischen Anteile der drei Saaleorte sondern auch der durch Mainz auf Lohr übertragenen Zentrechte. Die Grafen, die sich jetzt von Nostitz-Rieneck nannten, erneuerten deshalb die erloschene Zent Rieneck. Gemeinsam mit Würzburg übten sie die Herrschaft über die Dörfer aus. Das Hochstift Würzburg macht dem Juliusspital seine Rechte streitig 1647 hatte das Spital das Hofgut Neutzenbrunn von den von Thüngen erworben und 1672 samt dem Weiler Neutzenbrunn von der mainzischen Lehenshoheit um 6 000 Reichstaler freigekauft. Abgaben an den Ritterkanton waren aber weiterhin fällig. 1702 wurden die dem Spital als eigen gehörenden Orte, darunter auch Aschenroth, zum kaiserlichen Landgericht Franken gezogen und mussten keine Steuern mehr an die Ritterschaft zahlen. In Aschenroth mit Neutzenbrunn besaß das Julius-Spital die vogteichen Rechte allein. Die Bevölkerung war leibeigen und entrichtete deshalb Leibhühner, aber kein Besthaupt.
1683 erhob die hochstiftische Zent Aura-Trimberg auf Wolfsmünster und seine Zugehörungen Aschenroth, Neutzenbrunn und den Gräfendorfer Spitalteil Anspruch, obwohl beide Institutionen dem Bischof unterstanden. Die Übertragung der Hoheitsrechte bedeutete nämlich für das Hochstift eine Stärkung des politischen Ansehens, denn dadurch würde das Spital zu einer Art Anstalt des privaten Rechts. Da die "Spitalregierung" auf altem Recht beharrte, versuchte der Zentgraf von Aura-Trimburg 1781 seine Anerkennung durch Husaren mit Gewalt zu erzwingen. Doch ohne Erfolg, denn das Zentgericht blieb in der Folge beim Juliusspital. 1802 kam Neutzenbrunn mit Unterfanken an Bayern, 1806 zum großherzoglich würzburgischen Landgericht Gemünden und 1814 endgültig an die Krone Bayerns. 1814 bestand der Weiler Neutzenbrunn aus dem herrschaftlichen Hofgut, 4 Bauern-, und 4 Söldengütern. Eigenständig war der kleine Ort nie, immer war er ein Teil von Aschenroth.
1928 zählte Neutzenbrunn 13 und 1950 11 Wohnhäuser. Die Einwohnerzahl blieb über die Jahrhunderte weitgehend konstant. 1968 lebten 80 Personen in Neutzenbrunn, gerade mal 20 mehr als 1815. Am 1.7.1972 wurde der Spitalhof und Weiler Neutzenbrunn mit Aschenroth in die Stadt Gemünden eingemeindet.
Quelle: Stadt Gemünden am Main